Fruktosemalabsorbtion – FM
Menschen, die unter dieser plötzlich auftretenden (jedoch angeborenen) Krankheit leiden, vertragen keinen Zucker mehr, genauso wie das allermeiste Obst und Gemüse. Sie müssen Zeit- oder Lebenslang eine zuckerlose Diät halten. (Nicht verwechseln mit Diabetes!)
Aus der Sicht einer Betroffenen möchte ich vor allen den Neupatienten den Mut schenken, und meinen Weg bei der plötzich aufgetretenen Erkrankung meines Sohnen beschreiben.
Ich werde hier vor allem Rezepte, die sich bei mir bewährt haben, veröffentlichen.
Hier einige Informationen:
Fruktosemalabsorption (FM) – Fruktosenunverträglichkeit
Fruchtzuckerunverträglichkeit ist eine Stoffwechselkrankheit, die sich am deutlichsten durch Darmprobleme äußert.
Nach dem Verzehr von Fruchtsaft, Süssigkeiten oder Obst vernehmen die betroffenen Patienten Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.
Sie sollte nicht mit der hereditären (angeborenen) Fruktoseintoleranz HFI verwechselt werden, die schweren Verlauf hat und ebenfalls andere Ursachen.
Fruktosemalabsorption wird durch nicht ausreichende Absorbtion der Fruktose im Darm verursacht.
Fruktose wird normalerweise im Darm mit Hilfe von GLUT-5 Transporter verarbeitet, der im Falle der Erkrankung Defekt ist.
Einige Literaturquellen erwähnen, dass ca. 30% der Mitteleuropäischen Bevölkerung mehr oder weniger von dieser Krankheit betroffen sind.
Die deutlichen Symptome sind Bauchschmerzen, Blähungen und wässriger Durchfall.
Ein versteckter Symptom ist das Auftreten von Depressionen. Die im Darm gebliebene Fruktose stört die Aufnahme von Tryptophan, wodurch einige Hormone und Botenstoffe nicht synthetisiert werden, was wiederum eine Depression verursachen kann.
Weiter wird vermutet, dass durch fehlende Botenstoffe Muskelschmerzen, Denk- und Sehschwäche, Schwindel und Wetterfühligkeit auftreten können.
Das Vermehrte Auftreten von Kohlenhydratunverträglichkeiten:
Durch die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten kommt es in den letzten Jahren tatsächlich zum massiveren Auftreten der Unverträglichkeit gegenüber Fruktose und anderen Kohlenhydraten.
Industriell hergestellte Speisen werden durch den Zusatz von Fruktose „süßer“ gemacht und die Obstzüchtungen beinhalten immer mehr Fruktose, weil damit das Ost süßer schmeckt. Die massive Verwendung von Sorbit als Süßmittel in vielen Fertigspeisen verschlechtert noch die Lage des Patienten, da Sorbit (die ohnehin geringe) Fähigkeit des Darms Fruktose zu verarbeiten stört.
Ihre Diagnose:
Die Krankheit wird mit Hilfe eines Atemlufttest diagnostiziert. Wenn die Fruktose nicht im Darm absorbiert wird, sondern nur von Bakterien verarbeitet wird, wird Wasserstoff als Gas ausgeschieden. Nach der Einnahme von Fruktoselösung durch den Patienten wird der Wasserstoffgehalt in seiner ausgeatmeten Luft gemessen.
Therapie:
Die schlechte Nachricht – es existiert keine bekannte Therapie der Krankheit. Der Patient muss daher Fruktose in seiner Ernährung zu meiden lernen.
Die Fähigkeit Fruktose durch die Schleimhaut des Darmes aufzunehmen wird von mehreren Genen bestimmt. Da es sich um eine Erbkrankheit und eine Genstörung handelt, kann die Ursache nicht beseitigt werden. Die „Therapie“ besteht in strengen Meiden der Fruktose in der Nahrung.
Die gute Nachricht – beim Einhalten der Diät verschwinden die Symptome wieder.
Fructose (Fruchtzucker) wird üblicherweise im Darm nur langsam verarbeitet.
Bei Menschen mit gestörtem GLUT-5 dauert dies noch viel langsamer, so dass sich solche Personen schon bei relativ geringen Mengen Fruktose über Darmbeschwerden beklagen.
Dabei ist die persönliche Schwelle bei jedem Patienten unterschiedlich, die empfindlichsten reagieren schon auf geringe Mengen von ca. 1 g Fruktose mit Durchfall. (Bei gesunden Menschen beträgt diese Schwelle ca. 30-40 g. )
Wo genau die persönliche Schwelle liegt, muss jeder Patient selber austesten. Dabei kommt es durchaus drauf an, wie die gesamte Zusammensetzung des zu verdauenden Speisebreies ist.
FM – angepasste Ernährung: Diät
Die Strenge der Diät richtet sich nach der Schwere der Unverträglichkeit.
Patient mit „frischer“ Diagnose muss zuerst eine strenge Diätphase durchhalten, um seinen Organismus wiederherzustellen. Diese dauert einige Wochen, in den darauf geachtet wird möglichst gar keine Fruktose zu verspeisen.
In der nächsten Phase wird langsam die Persönliche Hemmschwelle ausgewählter fruchtzuckerarmer Lebensmittel ausgetestet.
Fruchtzucker befindet sich nicht nur in Obst und Gemüse, sondern auch der Haushaltszucker besteht zur Hälfte aus Fruktose. Dadurch sind auch jegliche mit Zucker versetzte Speisen für den Patienten tabu.
Für die Lebensmittelindustrie besteht seit einiger Zeit eine Kennzeichnungspflicht, die uns die Orientierung vereinfacht. Es werden Mengen an Zucker pro 100 g Fertigprodukt ausgewiesen.
Lebensmittel mit einem Gehalt unter 1 g/100 g werden meist gut vertragen, bei den anderen sind es je nach Ausprägung der Fruchtzuckerunverträglichkeit nur geringe oder geringste Mengen, die ohne unangenehme Folgen gegessen werden können.
Im allgemeinen müssen Süssigkeiten, Honig, Früchte und Obst, vieles Gemüse und ihre Säfte gemieden werden. Besondere Vorsicht ist bei Fertiglebensmitteln geboten, die sehr oft mit Zucker bzw. Fruktose versetzt sind.
Auch Lebensmittel die Sorbit beinhalten müssen gemieden werden. Sorbit ist für die Lage des Patienten oft noch schädlicher als die Fruktose selbst, da es die Fähigkeit heruntersetzt, Fruktose im Darm zu absorbieren.